Für die Menschen, für Westfalen-Lippe

Bereich 3: Jugendliche

Die Station A4

Im Jugendbereich verfügen wir insgesamt über fünf Stationen.  

Auf drei allgemeinpsychiatrischen Stationen werden sämtliche jugendpsychiatrischen Störungsbilder behandelt, die besonders im Alter von 14 bis 18 Jahren auftreten. 

Zwei weitere Stationen haben einen speziellen psychotherapeutischen Behandlungsschwerpunkt.

 

Eine DBT-A- Station für jugendliche Mädchen... 

 

DBT-A ist die Abkürzung für Dialektisch-Behaviorale Therapie für Adoleszente. Die Therapieform wurde für die Behandlung von chronisch suizidalen und/oder sich selbstverletzenden Jugendlichen entwickelt. Sie ist aber auch für andere Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle zu regulieren, eine geeignete Behandlungsmöglichkeit. 

Das im Vordergrund stehende Hauptziel der Behandlung liegt im Abbau schädlicher Verhaltensweisen und dem Erlernen neuer Fertigkeiten (Skills), um im Alltag und mit dem Umfeld besser zurechtzukommen. 

Dieses Therapieangebot richtet sich an Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren.

 

…eine Station zur Behandlung von Essstörungen...

 

Die Erkrankungen Anorexia Nervosa und Bulimia Nervosa gehen mit deutlichen Veränderungen des Gewichtes und damit verbundenen emotionalen Beeinträchtigungen einher. Neben einer ständigen Beschäftigung mit Essen, Figur und Gewicht sind familiäre Beziehungen, Freundschaften und Schule betroffen. 

Neben der Abwendung der körperlichen Gefährdung ist die Herstellung der Behandlungsfähigkeit oberstes Ziel. Die Erfahrung hat gezeigt, dass beide Punkte mit der Wiedererreichung eines gesunden Körpergewichts eng verbunden sind. Das Erlernen eines normalisierten Essverhaltens und eine Gewichtszunahme sind daher eine grundlegende Voraussetzung, um von einer weiterführenden therapeutischen Behandlung profitieren zu können. 

In einem geschützten strukturierten Setting können betroffene Patient(Inn)en im Austausch mit erfahrenen Bezugsbetreuern und TherapeutInnen gemeinsam mit ihren Eltern einen Weg heraus aus der Erkrankung finden. 

 

... und drei allgemeinpsychiatrische Stationen 

 

Diese gemischtgeschlechtlichen Stationen verfügen über jeweils zirka zehn Behandlungsplätze für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Behandelt werden hier jugendpsychiatrische Störungsbilder, die nur in einer intensiven stationären Behandlung durch eine multiprofessionelle therapeutische Versorgung behandelt werden können. Tagesklinische oder ambulante therapeutische Angebote kommen hier nicht in Frage bzw. haben sich häufig zuvor als nicht ausreichend erwiesen. 

Auf diese Stationen werden auch Jugendliche in akuten Krisen aufgenommen.

 

Grundsätzlich fördern eine Ressourcenorientierung und eine wertschätzende Haltung im Rahmen des gesamten therapeutischen Prozesses die Gesundung unserer Patienten. Eine system-familientherapeutische Kooperation mit den Familien und eine Vernetzung mit externen Ansprechpartnern sind für unsere Arbeit selbstverständlich.

 

Fokussierung auf die Lebensrealität


In der stationären therapeutischen Arbeit versuchen wir, uns der Lebensrealität und Wahrnehmung der Jugendlichen anzunähern und ein Verständnis für das vorliegende Problem zu entwickeln. Dieser Prozess ist manchmal schwierig und langwierig, da diese Altersgruppe im Rahmen der normalen Adoleszenzentwicklung Hilfestellungen oft nur unter Vorbehalt annehmen kann. Deswegen unterstützen wir die Jugendlichen mit großer Wertschätzung und therapeutisch ganz individuell im Rahmen seines Lebensumfeldes sowie der jeweils vorliegenden Störung.

 

Die stationäre Behandlungsgruppe Gleichaltriger hat in diesem Alter eine zentrale Bedeutung, die für den Entwicklungsprozess und die Reflektion in der Therapie genutzt werden kann. Konflikte mit erwachsenen Bezugspersonen können therapeutisch und pädagogisch gelöst werden.

 

Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten


Wir sind offen und interessiert an den Besonderheiten jedes einzelnen Jugendlichen und beziehen ihn als Partner in die Ziel- und Behandlungsplanung ein. Auch die Sichtweisen und Einschätzungen des jeweilgen psychosozialen Bezugssystems werden im Rahmen der auf den Patienten abgestimmten Zielplanung system-familientherapeutisch berücksichtigt.

Wo sinnvoll und möglich, werden therapeutisch störungsspezifische Angebote unterbreitet in Kombination mit einer individuellen, therapeutischen Stabilisierung des Patienten insgesamt. Häufig reichen Krisenbehandlungen mit reduzierten Behandlungszielen zur Stabilisierung des Patienten, der dann ambulant weiter betreut werden kann.

 

Teilnahme an fachtherapeutischen Angeboten


Während der Behandlung erhält der Jugendliche therapeutische und pädagogische Anregungen und Unterstützung in möglichen alterstypischen Interessen. Auch die Teilnahme an fachtherapeutischen Angeboten fokussiert auf die Wünsche und Ressourcen des Patienten, was sich stabilisierend auf den Gesamtprozess auswirkt.

 

So werden häufig bestehende Verunsicherungen stabilisiert und den Jugendlichen wird es ermöglicht, tolerant, wertschätzend und akzeptierend mit der eigenen und anderen Personen umzugehen. Je nach vorliegender jugendpsychiatrischer Problematik kann in Abstimmung mit dem Patienten und seinen Bezugspersonen der therapeutische Prozess medikamentös unterstützt werden.

LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum

 

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im LWL-Psychiatrieverbund Westfalen

Heithofer Allee 64
59071 Hamm
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Telefax: 02381/893-1001
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