Für die Menschen, für Westfalen-Lippe

Selbst- und Emotionsregulation

Die sogenannte "Affektive Dysregulation" tritt in Form von veränderter Stimmung (Ärger u. Traurigkeit), erhöhter Erregbarkeit  (bspw. in Form von Schlafstörungen), leichter Ablenkbarkeit oder innerer Unruhe sowie mit Wutanfällen, Reizbarkeit, verbaler oder körperlicher Aggressivität begleitend bei verschiedenen psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter auf. Allerdings können Kinder und Jugendliche, welche diesen Symptomkomplex aufweisen, nicht anhand der gängigen Klassifikationssysteme diagnostiziert werden. Überschneidungen zu affektiven Störungen, insbesondere der bipolaren Störungen sowie zu Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitätssyndrom, emotional-instabiler Persönlichkeitsstörungen und Störungen des Sozialverhaltens sind häufig zu finden.

 

Um diese „diagnostischen Waisen“ besser beschreiben zu können, wurden 2003 von einer amerikanischen Arbeitsgruppe um Ellen Leibenluft Kriterien entwickelt, welche im DSM-5 als eigene Diagnose, der sogenannten Disruptive Mood Dysregulation Disorder (DMDD), Eingang fanden.

 

Ziel des Arbeitsschwerpunktes Affektive Dysregulation ist es, psychopathologische Besonderheiten von Patienten mit affektiver Dysregulation hinsichtlich spezifischer Aspekte des Emotionsregulationsregulationsprozesses  (Aufmerksamkeit, Arousal), differentialdiagnostische Aspekte (endokrinologische und metabolische Veränderungen, Gewicht, zirkadiane Rhythmik) sowie das Ansprechen auf spezifische Therapieverfahren (Neurofeedback, Chronotherapie) zu überprüfen.

 

Ausgewählte Projekte

 

  • Defizite im Emotionsregulationsprozess bei Jugendlichen mit affektiver Dysregulation: Besonderheiten der Aufmerksamkeitslenkung (DEEP-JA; gefördert durch die Forschungsförderung der Ruhr-Universität Bochum/Medizinische Fakultät, FoRUM, F760-12)
  • Lichttherapie bei juveniler Depression und affektiver Dysregulation - eine randomisierte, kontrollierte Pilotstudie (gefördert durch das LWL-Forschungsinsitut, Verbundprojekt V006-2010)
  • Kombinierte Wach- und Lichttherapie bei juveniler Depression (KoWaLi)
  • Neurofeedback und Emotionsregulation bei ADHS - eine Feasibility-Studie zum Gamma-Feedback (gefördert durch das LWL-Forschungsinsitut, Verbundprojekt V001-2012)

 

Ausgewählte Publikationen

 

Gest, S., Legenbauer, T., Bogen, S., Schulz, C., Pniewski, B., & Holtmann, M. (2014). Chronotherapeutics: an alternative treatment of juvenile depression. Medical Hypotheses, 82, 346-349.

 

Heiler, S., Legenbauer, T., Bogen, T., Jensch, T., & Holtmann, M. (2011). Severe mood dysregulation: in the “light “of circadian functioning. Medical Hypotheses, 77, 692-695.

 

Holtmann, M., Poustka, L., Zepf, F.D., Banaschewski, T., Priller, J., Bölte, S., & Legenbauer, T. (2013). Severe affective and behavioral dysregulation in youths is associated with a proinflammatory state. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 41, 393-399.

 

Legenbauer, T., Heiler, S., Holtmann, M., Fricke-Oerkermann, L., & Lehmkuhl, G. (2012). The affective storms of school children during night time: Do affective dysregulated school children show a specific pattern of sleep disturbances? Journal of Neural Transmission, 119, 989-998.

 

Legenbauer, T., Hübner, J., Pinnow, M., Ball, A., Pniewski, B., & Holtmann, M. (submitted). Proper emotion recognition, but dysfunctional emotion regulation: the secrets of affective dysregulation in adolescent psychiatric inpatients.

LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum

 

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im LWL-Psychiatrieverbund Westfalen

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