Für die Menschen, für Westfalen-Lippe

Wie aus Depressionen und Scham ein Teufelskreis entsteht

LWL-Universitätsklinik Hamm sucht Studienteilnehmer

Pressemeldung vom 10.07.2018

Hamm (lwl). Scham ist ein unangenehmes Gefühl. Wenn uns etwas Peinliches in der Öffentlichkeit passiert, wünschen wir uns alle, dass wir unsichtbar wären. Es gibt aber auch Menschen, die Scham viel häufiger oder viel intensiver erleben als andere oder die das Gefühl der Scham schon ganz verinnerlicht haben. Wie kommt es, dass manche Menschen sich schneller schämen als andere und was macht das mit der Psyche? Diesen Fragen möchte die Forschungsabteilung der kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Hamm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in einer Studie nachgehen. Insbesondere die Zusammenhänge zwischen Depressionen und Schamgefühlen werden dabei näher untersucht.

 

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen kann ein ausgeprägtes Schamgefühl eine gesunde Entwicklung beeinträchtigen. Kinder und Jugendliche sind im Kontakt mit ihren Mitschülern oft gehemmt. Aus Angst, etwas vermeintlich „Dummes“ zu sagen oder Fehler zu machen, schweigen sie lieber. So entsteht schnell ein Teufelskreis, von dem der 13-jährige Tim (Name geändert) in der Klinik berichtete. Als er in eine neue Klasse gekommen sei, habe er sich einmal im Mathematikunterricht gemeldet und ein falsches Ergebnis gesagt. „Man, bist du doof!“, habe er gedacht, „Wie kann man sich denn bei so einer einfachen Aufgabe verrechnen? Ist doch klar, dass dich jetzt alle auslachen.“ Er meldete sich seitdem nicht mehr und fehlte häufig in der Schule, weil er sich zunehmend antriebslos und gereizt gefühlt habe und ihm mit der Zeit alles zu viel geworden sei. Weil er durch seine Fehltage so viel Unterricht verpasste, fielen seine Klassenarbeiten eher schlecht aus. Wenn er eine Vier oder Fünf zurückbekam, fühlte er sich als Versager und wollte am liebsten im Boden versinken.

 

Förderung durch die Robert-Enke-Stiftung

„Die Studie soll helfen, diese Zusammenhänge besser zu verstehen, damit wir wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen können, um den Betroffenen zu helfen“, sagt Franziska Martin, die im Rahmen ihrer Promotionsarbeit an der LWL-Uniklinik das Konzept der Studie entwickelt hat und noch weitere Studienteilnehmer sucht. Für die Durchführung dieser Studie erhielt das Projekt eine Fördersumme in Höhe von 10.000 Euro durch die Robert-Enke-Stiftung. Die Stiftung unterstützt und fördert Projekte, Maßnahmen und Einrichtungen, die über Herzkrankheiten von Kindern sowie Depressionen aufklären und deren Erforschung und Behandlung dienen. Die Studie mit dem Titel „PRISMA“ (Pride, Shame and Guilt in Adolescence) startet jetzt und ist auf zwei Jahre angelegt. PRISMA untersucht die Auswirkungen von Scham, Schuld und Stolz auf psychische Symptome mit Hilfe von Fragebögen und fokussiert dabei den Einfluss von Scham auf Depression, der mit computergestützten Aufgaben untersucht wird. Der zeitliche Aufwand für Teilnehmer ist gering. Insgesamt 120 Jugendliche sollen in die Studie aufgenommen werden.

 

Studienteilnehmer gesucht

Um die Besonderheiten von Scham bei Patienten mit Depression zu verstehen, soll deren Verhalten mit dem nicht depressiver Jugendlicher verglichen werden. Für diese sogenannte Kontrollgruppe werden noch Teilnehmer gesucht. Interessierte Jugendliche, die keine Symptome einer Depression erleben und zwischen 14 und 18 Jahren alt sind, können sich gerne in der LWL-Universitätsklinik melden. Bei Fragen zur Studie wenden Sie sich bitte an Franziska Martin (franziska.martin@dont-want-spam.lwl.org; Telefon 02381 8935052).

Pressekontakt

 

Klaudia Suilmann M.A.

Tel.: 02381 893-5018

Fax: 02381 893-1119

E-Mail: klaudia.suilmann@dont-want-spam.lwl.org

 

Postanschrift

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL-Universitätsklinik Hamm

Kinder- und Jugendpsychiatrie - Psychotherapie - Psychosomatik

Heithofer Allee 64

59071 Hamm

LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum

 

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im LWL-Psychiatrieverbund Westfalen

Heithofer Allee 64
59071 Hamm
Telefon: 02381/893-0
Telefax: 02381/893-1001
E-Mail: lwl-klinik.hamm@lwl.org


Opens internal link in current windowSo erreichen Sie uns

Zertifiziert nach

Zertifiziert nach den Regeln der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen GmbH (KTQ-GmbH) Registrier-Nr.: 2018-0068 KH

Zertifikat seit 2011 audit berufundfamilie