Für die Menschen, für Westfalen-Lippe

„Hör auf!“ – kleiner Wutausbruch oder aggressives Verhalten?

Fachleute diskutieren über die Entstehung und Behandlung von Aggressionen bei Kindern und Jugendlichen in der LWL-Universitätsklinik Hamm, v.l. Prof. Dr. Dr. med. Martin Holtmann, (Ärztlicher Direktor LWL-Universitätsklinik Hamm), Dr. Wolfgang Briegel (Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt), Prof. Dr. Christina Stadler (Leiterin Forschungsabteilung Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel), Prof. Dr. Tanja Legenbauer (Leiterin Forschungsabteilung LWL-Universitätsklinik Hamm) sowie Dr. rer. medic. Gregor Kohls (Wissenschaftlicher Mitarbeiter Uniklinik RWTH Aachen). (Foto: LWL/Suilmann)

Pressemeldung vom 15.11.2017
Fachleute diskutieren Aggressionen bei jungen Menschen

 

Hamm (lwl). Wutausbrüche haben die meisten Eltern schon bei ihren Kindern beobachten können. Mal ist es der Wutanfall an der Supermarkt-Kasse, wenn eine Süßigkeit nicht im Einkaufswagen landet, mal ein Streit unter Kindern auf dem Spielplatz oder im Kindergarten. Immer wieder werden Grenzen getestet. Was gehört zu einer altersspezifischen Entwicklung von Kindern und wann sprechen Fachleute von einer Störung des Sozialverhaltens?

 

Dieser Frage gingen rund 150 Experten in einem Fachsymposium an der kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Hamm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nach. Störungen des sozialen Verhaltens, die allen Regeln widersprechen und sich besonders aggressiv äußern, stellen eine enorme Belastung dar - für die Betroffenen, für deren soziales Umfeld und auch für die Gesellschaft, so der Diskussionstenor.

 

 Neben einem Überblick zur aktuellen Forschungslage lag ein besonderer Schwerpunkt auf dem aggressiven Verhalten von Mädchen. „Obwohl die Anzahl aggressiver Mädchen wächst, wissen wir wenig über mädchenspezifische Ursachen und sinnvolle Behandlungskonzepte“, erklärte Professor Dr. Dr. Martin Holtmann, Ärztlicher Direktor der LWL-Universitätsklinik Hamm.

 

Nach heutigem Stand der Wissenschaft sind Störungen des Sozialverhaltens einerseits durch biologische Veranlagung bedingt, andererseits spielt die Beziehung mit engen Bezugs­personen in der frühen Kindheit eine wichtige Rolle. Ist diese Beziehung schon früh gestört, dann ist die Wahrscheinlichkeit für aggressives Verhalten besonders groß, hieß es. Unter Experten gilt die „Parent-Child Interaction Therapy (Eltern-Kind Interaktionstherapie)“ als wirksame Therapiemethode. Sie rückt die Beziehung zwischen Kind und Bezugsperson(en) in den Mittelpunkt und hat zum Ziel, ungünstige Verhaltensweisen in günstige umzuwandeln.

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Klaudia Suilmann M.A.

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