Für die Menschen, für Westfalen-Lippe

Nutzen und Gefahren Neuer Medien für Kinder und Jugendliche

Fachtagung Neue Medien in der LWL-Uniklinik Hamm: Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann (v.l.) und Prof. Dr. Tanja Legenbauer (beide LWL-Universitätsklinik Hamm), Prof. Rainer Thomasius (Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters), Dr. Rebecca Brown (Universitätsklinikum Ulm) und Prof. Michael Kölch (Ruppinger Kliniken).

Pressemeldung vom 25.04.2018

Fachtagung in der LWL-Universitätsklinik Hamm

 

Hamm (lwl). Neue Medien sind stets verfügbar und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern für Jugendliche und zunehmend auch für Kinder. Durch die neuen Medien wird nicht nur die Freizeitgestaltung beeinflusst, auch die Wege der Kommunikation, deren Reichweite und Zeitumfang haben sich verändert. Was bedeutet dies für Kinder und Jugendliche? Darüber diskutierten rund 100 Fachleute einer Veranstaltung in der kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Hamm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die am Mittwoch stattfand.

 

„Das Internet bietet nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen. Durch das Internet können Therapieangebote leichter zugänglich gemacht werden. Bedenkt man, dass oft weniger als die Hälfte der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen überhaupt in Behandlung kommt, sollte die Chance ergriffen werden, genau die Vorteile freier Zugänglichkeit zu nutzen“, erklärte Professor Dr. Dr. Martin Holtmann, Ärztlicher Direktor der LWL-Universitätsklinik Hamm.

 

Das Frühjahrssymposium widmete sich der ganzen Spannbreite der neuen Medien und lieferte einen aktuellen Überblick zum Thema Neue Medien in der Psychotherapie. Prof. Rainer Thomasius informierte zum Stand der Computerspielsucht und zeigte Risiken sowie Behandlungsangebote auf. Prof. Michael Kölch referierte über die Chancen der Internetprogramme für die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher. Die Risiken von sozialen Medien für junge Menschen sowie Hilfsangebote für Jugendliche im Falle von Cybermobbing waren die Themen von Dr. Rebecca Brown.

 

„Bereits seit der Einführung des PCs und dem rasanten Erfolg des Internets wird über die Risiken der Computernutzung für Kinder und Jugendliche gesprochen. In den letzten Jahren hat insbesondere der missbräuchliche Gebrauch von Computerspielen das öffentliche Interesse geweckt“, sagte Professorin Dr. Tanja Legenbauer, Leiterin der Forschungsabteilung an der LWL-Universitätsklinik Hamm.

 

Erst kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den schädlichen Gebrauch von Computerspielen als eigenständige Diagnose in die Neuauflage des ICD, des Klassifikationssystems für medizinische Diagnosen der WHO, aufgenommen. Diese Diagnosekategorie beinhaltet aber nicht den „süchtigen“ Umgang mit sozialen Netzwerken. Diese bergen neben dem übermäßigen Gebrauch auch noch weitere Risiken: Durch die mögliche Anonymität und stellenweise fehlende Vorstellung über die möglichen Konsequenzen ist die Hemmschwelle gering, Bloßstellungen oder falsche Tatsachen in die Netzwerke zu schreiben oder entwürdigende Bilder zu verbreiten. Einmal online verbreiten sich diese mit rasanter Geschwindigkeit und stellen eine hohe psychische Belastung für die Betroffenen dar. Jeder dritte Jugendliche hat dieses sogenannte „Cybermobbing“ erlebt oder kennt jemanden, der davon betroffen ist. Schnelle Hilfen und Präventionsprogramme zur Reduktion von Cybermobbing sind dringend notwendig, fordern die Fachleute.

 

Suchttherapie-Behandlung in der LWL-Universitätsklinik Hamm

Auf dem Gebiet der Suchttherapie bietet die Uniklinik mit dem neuen Behandlungsschwerpunkt „Medienabhängigkeit+Plus“ Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die neben einer psychischen Erkrankung auch unter den Folgen eines exzessiven Medienkonsums leiden.

Im Bereich Drogen-Suchttherapie setzt die Uniklinik auf eine vernetzte und übergreifende Therapie für Jugendliche und junge Erwachsene mit Suchtstörungen. Nach dem Motto „drug out – wieder suchtfrei leben“ soll Schritt für Schritt der Weg in ein suchtfreies Leben gelingen. Weitere Informationen unter www.drugout.de.

Pressekontakt

 

Klaudia Suilmann M.A.

Tel.: 02381 893-5018

Fax: 02381 893-1119

E-Mail: klaudia.suilmann@dont-want-spam.lwl.org

 

Postanschrift

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL-Universitätsklinik Hamm

Kinder- und Jugendpsychiatrie - Psychotherapie - Psychosomatik

Heithofer Allee 64

59071 Hamm

LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum

 

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im LWL-Psychiatrieverbund Westfalen

Heithofer Allee 64
59071 Hamm
Telefon: 02381/893-0
Telefax: 02381/893-1001
E-Mail: lwl-klinik.hamm@lwl.org


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