Für die Menschen, für Westfalen-Lippe

Bundesweiter Austausch im Pflege- und Erziehungsdienst

Pflegedirektor Thomas Linnemann stellt das Konzept „Safewards“ vor, das vor zwei Jahren in der Klinik eingeführt wurde.

Pressemeldung vom 26.09.2018

LWL-Universitätsklinik Hamm richtet Fachtagung aus und stellt ihr Sicherheitskonzept „Safewards“ vor

 

Hamm (lwl). Unter dem Motto „ElePhantastich! Gut!“ findet in Hamm vom 27. bis 28. September die Bundesfachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Leitender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes kinder- und jugendpsychiatrischer Kliniken und Abteilungen e.V.  statt. Das Motto nimmt Bezug auf das Wahrzeichen der Stadt Hamm – ein ehemaliges Zechengebäude in Form eines Glaselefanten, das im Maximilianpark steht.

 

Mit einer vielfältigen Auswahl an Workshops berichtet die Universitätsklinik Hamm unter anderem darüber, wie ehemalige Patienten in der stationären Entzugsarbeit einbezogen werden und über die Erfahrungen mit der Mulitfamilientherapie, bei der sich mehrere Familien mit ähnlichen Problemen in einer Gruppe austauschen. Veranstaltungsorte sind das Kurhaus Hamm sowie die LWL-Universitätsklinik. Auch das Thema Sicherheit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf psychiatrischen Stationen wird in kleinen Gruppen in der Hammer Klinik diskutiert. Hier ist die Universitätsklinik Vorreiter und berichtet über die Erfahrungen mit dem eingeführten „Safewards-Modell“, das für mehr Sicherheit auf den Stationen sorgt.

 

Gemeinsam mit der kinder- und jugendpsychiatrischen Universitätsklinik Hamm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat die BAG des Pflege- und Erziehungsdienstes ein abwechslungsreiches Programm gestaltet. Rund 250 Anmeldungen sind eingegangen. Am Eröffnungstag stehen Vorträge zu Themen wie ambulante Behandlung von Patienten, die in medizinisch geeigneten Fällen anstelle einer vollstationären Behandlung erfolgen kann. In einem weiteren Vortrag führt Buchautor Pierre Stutz vor Augen, dass Ärger, Zorn und Wut zum Menschsein gehören, und entschlüsselt, welche spirituelle Botschaft sie bereithalten. Am zweiten Veranstaltungstag ist der Umgang mit (Cyber-) Mobbing ein weiteres Vortragsthema.

 

Pflegedirektor Thomas Linnemann, LWL-Universitätsklinik Hamm, stellt das Konzept „Safewards“ vor, das vor zwei Jahren in der Klinik eingeführt wurde.

 

Herr Linnemann, was steckt hinter dem Konzept Safewards ?

 

Thomas Linnemann: Das Safewardsmodell wurde von Len Bowers, Professor für Psychiatrische Pflege,  auf der Grundlage verschiedener Studien entwickelt, um die Sicherheit auf psychiatrischen Stationen, insbesondere im Akutbereich, zu verbessern. Das Modell fasst die Faktoren zusammen, die Einfluss auf die Häufigkeit von Konflikten im stationären Setting haben und definiert verschiedene Faktoren z.B. die räumliche Umgebung, die Patientengruppe, das Stationsteam, um diese einzudämmen.

 

Haben Konflikte wie Aggressionen gegenüber dem Pflegepersonal aber auch das selbstverletzende Verhalten bei Patienten in psychiatrischen Einrichtungen zugenommen?

 

Thomas Linnemann: Die Frage lässt sich nicht so einfach mit ja oder nein beantworten. Es gibt keine validen Forschungsdaten dazu. Fakt ist, dass die freiheitsentziehenden Maßnahmen, die in psychiatrischen Kliniken Anwendung finden, rückläufig sind. Das hat unter anderem mit dem Einsatz von solchen Modellen wie Safewards zu tun.

 

 

Mit welchen Methoden können Gefahrensituationen eingedämmt beziehungsweise von Anfang an vermieden werden?

 

Thomas Linnemann: Auf einer akutpsychiatrischen Station ist häufig viel los. Da kann gerade in einer Aufnahmesituation, in der der Patienten oftmals sehr verunsichert sind, zusätzlich das Unsicherheitsgefühl bis hin zu Ohnmacht verstärkt werden. Daraus erwachsen Konflikte wie Gewalt, selbstverletzendes Verhalten, Alkohol und Drogenmissbrauch, Entweichungsversuche, die häufig  weitere einschränkende Maßnahmen zur Folge haben. Das Safewardsmodell setzt bei den Ursprungsfaktoren, die zu einer Krise führen können, an und versucht diese einzudämmen.

 

 

Wie wird das Safewards-Konzept in der kinder- und jugendpsychiatrischen LWL-Klinik in Hamm umgesetzt?

 

Thomas Linnemann: Wir setzen das Modell zurzeit auf den akutaufnehmenden Jugendstationen ein. Der Einsatz des Modells wird durch akademisierte Pflegefachpersonen, die in der stationären Versorgung eingesetzt werden, unterstützt. Für die kinder-und jugendpsychiatrische Versorgung  wenden wir einzelne Interventionen des Modells an. So sind in den ersten Behandlungstagen die Klärung gegenseitiger Erwartungen und eine verständnisvolle, positive, wertschätzende Kommunikation besonders wichtig.

 

Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit dem safewards-Modell und gibt es belegbare Zahlen?

 

Thomas Linnemann: Belegbare im direkten Zusammenhang zu sehende Zahlen sind mir nicht bekannt. Diese wollen wir im nächsten Schritt ermitteln. Was wir jedoch sagen können ist, dass beim Betreten einer Station ein subjektives Gefühl, ob das Modell angewendet wird oder nicht, spürbar ist. Diese Erkenntnis ermutigt uns, das Modell weiter und überall dort einzusetzen, wo es zu einer besseren Patientenversorgung beitragen kann.

 

Weitere Informationen dazu unter www.safewards.net

 

Programmheft der Bundesfachtagung

 

 

Pressekontakt

 

Klaudia Suilmann M.A.

Tel.: 02381 893-5018

Fax: 02381 893-1119

E-Mail: klaudia.suilmann@dont-want-spam.lwl.org

 

Postanschrift

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL-Universitätsklinik Hamm

Kinder- und Jugendpsychiatrie - Psychotherapie - Psychosomatik

Heithofer Allee 64

59071 Hamm

LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum

 

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im LWL-Psychiatrieverbund Westfalen

Heithofer Allee 64
59071 Hamm
Telefon: 02381/893-0
Telefax: 02381/893-1001
E-Mail: lwl-klinik.hamm@lwl.org


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