Für die Menschen, für Westfalen-Lippe

Symposium für Fachpublikum (nur nach vorheriger Anmeldung)

Neue Medien: Gefahren und Chancen für die Psychotherapie

 

Neue Medien sind omnipräsent. Das gilt nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche und zunehmend auch für Kinder. Durch die neuen Medien wird nicht nur die Freizeitgestaltung beeinflusst, auch die Wege der Kommunikation und deren Reichweite und Zeitumfang sind verändert. Was bedeutet dies für Kinder und Jugendliche? Welchen Nutzen und welche Risiken bergen diese Veränderungen?

 

Bereits seit der Einführung des PCs und dem rasanten Erfolg des Internets wird über die Risiken der Computernutzung für Kinder und Jugendliche gesprochen. In den letzten Jahren hat insbesondere der missbräuchliche Gebrauch von Computerspielen das öffentliche Interesse geweckt. Erst kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verlauten lassen, dass der schädliche Gebrauch von Computerspielen als eigenständige Diagnose in die Neuauflage des ICD aufgenommen werden soll. Diese Diagnosekategorie beinhaltet aber nicht den „süchtigen“ Umgang mit sozialen Netzwerken. Soziale Netzwerke bergen neben dem übermäßigen Gebrauch weitere Risiken: Durch die mögliche Anonymität und stellenweise fehlende Vorstellung über die möglichen Konsequenzen ist die Hemmschwelle gering, Bloßstellungen oder falsche Tatsachen in die Netzwerke zu schreiben oder entwürdigende Bilder zu verbreiten. Einmal online verbreiten sich diese mit rasanter Geschwindigkeit und stellen eine hohe psychische Belastung für die Betroffenen dar. Jeder dritte Jugendliche hat dieses sogenannte „Cybermobbing“ erlebt oder kennt jemanden, der davon betroffen ist. Schnelle Hilfen und Präventionsprogramme zur Reduktion von Cybermobbing sind dringend notwendig.

 

Aber das Internet bietet eben nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen. Durch das Internet können Therapieangebote niederschwellig angeboten und leichter zugänglich gemacht werden. Bedenkt man, dass oft weniger als die Hälfte der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen überhaupt in Behandlung kommt, sollte die Chance ergriffen werden, genau die Vorteile freier Zugänglichkeit zu nutzen. Die Bundespsychotherapeutenkammer hat im letzten Jahr aufgerufen, Internetpsychotherapie als Kassenleistung zugänglich zu machen und Internetprogramme für Prävention und Behandlung psychischer Beschwerden zu prüfen und zu zertifizieren. In diesem Rahmen wurde ein Leitfaden für die Nutzung von Internetprogrammen im Praxisalltag erstellt.

 

Unser Frühjahrssymposium soll sich der ganzen Spannbreite der neuen Medien widmen und für den Praktiker einen aktuellen Überblick zum Thema neue Medien in der Psychotherapie geben. Im ersten Vortrag wird Prof. Rainer Thomasius zum Stand der Computerspielsucht informieren und Risiken sowie Behandlungsangebote aufzeigen. Im zweiten Beitrag wird Prof. Michael Kölch über die Chancen der Internetprogramme für die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher referieren und im dritten Beitrag möchten wir insbesondere den Umgang mit und die Risiken von sozialen Medien für junge Menschen aufgreifen und aufzeigen, wie beispielsweise im Falle von Cybermobbing Jugendliche unterstützt werden können.

 

Wir freuen uns auf einen anregenden Austausch!

 

Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann   

Prof. Dr. Tanja Legenbauer       

Ärztlicher Direktor

Leiterin der Forschungsabteilung

der LWL-Universitätsklinik Hamm          

und Testdiagnostik der

LWL-Universitätsklinik Hamm

 

 

 

 

Flyer-Downoad

 

Flyer "Neue Medien" (PDF-Datei)

 

 

Programm und Vorträge

14:00    Uhr

Eintreffen

14:30    Uhr

Begrüßung

 

Herr Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann

 

 

Frau Prof. Dr. Tanja Legenbauer

Vorträge

 

 

14:40    Uhr

„Vom Ge- und Missbrauch neuer Medien im

Kindes- und Jugendalter: Auswirkungen und Hilfemöglichkeiten“

Herr Prof. Dr. Rainer Thomasius

15:30     Uhr

„Online basierte Therapieangebote in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Chancen und Limitationen“

Herr Prof. Dr. Michael Kölch

16:30    Uhr

PAUSE

17:00    Uhr

„Besondere Risiken sozialer Netzwerke: Cybermobbing, Selbstverletzung und Suizidalität“

Frau Dr. Rebecca Brown

ca. 18:00 Uhr

Ende der Veranstaltung

Referenten

 

Prof. Dr. med. Rainer Thomasius
Ärztlicher Leiter
Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg


Prof. Dr. Michael Kölch

Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Ruppinger Kliniken

Fehrbelliner Straße 38
16816 Neuruppin

 

Dr. Rebecca Brown, Psychologin (M.Sc.)

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie

Steinhoevelstr. 5

89075 Ulm

Anmeldung zum Symposium

 

Frau Daniela Pingel

Assistentin Bereichsleitung Forschung

E-Mail: daniela.pingel@dont-want-spam.lwl.org

 

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerplätze bitten wir um Anmeldung per Mail bis spätestens zum 17.04.18.

LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum

 

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im LWL-Psychiatrieverbund Westfalen

Heithofer Allee 64
59071 Hamm
Telefon: 02381/893-0
Telefax: 02381/893-1001
E-Mail: lwl-klinik.hamm@lwl.org


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